Die Supersieger


Die Supersieger: In der Tradition der NDW erstrahlen perlend-rotzige Synthie-Klänge neben verspielten, wuchtigen Gitarren, graziös eingesetztes Schlagzeug Hand in Hand mit verteufelt lustigen Melodien - geboren aus der Poesie der Hinterhöfe.

Existenz, Existenz, Existenz, oh, nichts ist real - nicht heut und nicht morgen zensurieren die Supersieger zu Beginn der LP „Wissen ist Macht (Nie Mehr Ohne)“ (VÖ: 6/5/2011) in nonchalantem und nach Hand-aufs-Herz klingendem Tonfall. Eine Platte, die randvoll ist mit schönen Tönen - zum tanzen, fürchten, verlieben und feiern. DiscoPopPunk eben. Der springende Punkt ist doch: Wie viel Musik ist im Duo mit vier Händen zur selben Zeit (und mit der Liebe zur großen Geste) prinzipiell absolvierbar, so dass sie auch noch scheiße geil klingt?

Ende 2009 gegründet, Demo-Aufnahmen 2010 fertiggestellt, sukzessive 60 klein-feine Konzerte gezockt, und jetzt hier mit dem Erstlingswerk am Start. Ein Live-Set mit 30 Songs von ultimativ bis relativ - die Motivation kennt keine Grenzen. Zunächst aus dem Willen zum Purismus heraus ohne echte Bassgitarre musizierend, entwickelt sich der Einsatz diverser Soundmodulatoren für die Gitarre und den Synthie in kürzester Zeit zum Stilmittel: Es geht hier nicht um gekonnt artifizierten Mut zur Lücke (obwohl auch das manchmal sein muss), vielmehr steht die präzise Umsetzung noch präziseren Songwritings im Vordergrund. Mit allem was dazu gehört (und unter den Umständen des Post-Pop eben so gefordert wird).

Was zu sagen bleibt, wird gesagt - mit ordentlichstem Tiefgang, seien es Poesie („Was dir beiläufig nebenbei erscheint ist am Ende die Summe dessen was Du bist!“) oder Nonsens („Hochspannung, Hochspannung, Hochspannung 1 Million Volt - Ich will ein Telefon mit Schnur!“) oder die harten Fakten („Für meine Mädchen schreib ich Lieder die sie nicht verstehen sollen - aus diesem Grunde schreib ich nur noch Agit-Pop und Kuschelrock“). Die Single Junge Studenten setzt dort an, wo die Menschwerdung beginnt. Im Urlaub. Beim Trinken. Beim Sex. Lass uns noch einmal Hand in Hand von vorne anfangen - meine Damen und Herren, lasst die Sonne rein und die Emotionen raus und alles wird gut!

Der grundlegende Ansatz ist der, dass sich Song-Material sowohl in digital fixierter wie auch analog in Fleisch und Blut gespielter Version nicht vollends decken, aber den gleichen Ansprüchen standhalten muss. Also einfach mehr sein als nur eine Live-Band mit einer geschickten Synkope hier und da, die Supersieger vermitteln - gern geschehen - zwischen den Fronten der Dancing-Queen/King-Fraktion und den stillen Genießern. Kontemplatives in die Fresse, wenn es denn sein muss, ist genauso gerne gesehen wie hochaggregates Sensibel-sein.

Fest steht: Mit der LP „Wissen Ist Macht (Nie Mehr Ohne)“ kommt hier eindeutig polarisierende Brause rein, ehrlich, feinfühlig, direkt. So wie es sein soll. Geilomat, Stylomat, und zu guter Letzt: Das Spiel mit dem Feuer.